{"id":406,"date":"2025-01-19T12:48:39","date_gmt":"2025-01-19T12:48:39","guid":{"rendered":"https:\/\/mghaugsdorf.at\/geschichte\/?page_id=406"},"modified":"2025-02-07T13:43:24","modified_gmt":"2025-02-07T13:43:24","slug":"schule","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mghaugsdorf.at\/geschichte\/?page_id=406","title":{"rendered":"Schule"},"content":{"rendered":"\n<p>In den Klassen sa\u00dfen damals \u00fcber 40 Kinder, es konnten auch schon mal \u00fcber 50 sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Manche M\u00e4dchen und Buben besuchten 8 Jahre die Volksschule, weil es in den kleineren Ortschaften nur diese M\u00f6glichkeit gab. Dort sa\u00dfen in einer Klasse alle Sch\u00fcler von der 1. bis zur 8. Schulstufe. Kinder, die besser lernten, nahmen den Weg in die n\u00e4chstgelegene B\u00fcrgerschule in Kauf. <br>So marschierte Lois Schiferl ab seinem 10. Lebensjahr t\u00e4glich den Bach entlang nach Haugsdorf. Blieben andere bei Regenwetter und Schnee zu Hause, meinte sein Vater nur: \u201eAn Buam derf so wos nit genieren.\u201c Normalerweise ben\u00f6tigte der kleine Lois eine Stunde f\u00fcr seinen Schulweg, der Marsch \u00fcber die hochbeschneiten Wege konnte schon \u00fcber zwei Stunden in Anspruch nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hauptschule<\/strong><br>Ab September 1927 wurde aus der B\u00fcrgerschule die Hauptschule. Dorthin gingen Kinder auch von den benachbarten D\u00f6rfern, wenn sie gut lernten und den l\u00e4ngeren Schulweg auf sich nahmen. Sie kamen mit dem Rad oder mit dem Zug nach Haugsdorf. Die anderen blieben in den \u00f6rtlichen Volksschulen, konnten aber in der Hauptschule eine Abschlussklasse besuchen, in der die 5., 6., 7. und 8. Schulstufe vertreten war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein halbj\u00fcdisches M\u00e4dchen aus Haugsdorf durfte nicht in die Hauptschule gehen und musste diese Abschlussklasse besuchen. Obwohl sie eine ausgezeichnete Sch\u00fclerin war, bekam sie dort nur &#8222;Zweier&#8220; ins Zeugnis, denn ein &#8222;Sehr gut&#8220; durfte sie nicht bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich nach dem 2. Weltkrieg gab es einen Lehrermangel, denn Lehrer, die der Nationalsozialistischen Partei angeh\u00f6rten, durften nicht unterrichten. Einige mussten sogar ins Lager nach Hollabrunn. So wurde ein Teil der Sch\u00fcler am Vormittag und der andere am Nachmittag unterrichtet. <br>In Jetzelsdorf hielt diese Einteilung l\u00e4nger an, weil in der Schule die R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr alle fehlten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einheizen in der Schule<\/strong><br>Im Geb\u00e4ude der fr\u00fcheren \u201eKaiser-Jubil\u00e4ums-Volks- und B\u00fcrgerschule\u201c gibt es in jeder Klasse eine Nische, in der damals der Ofen stand. Der Schulwart, Herr Berhard, heizte am Morgen in allen Klassen ein, musste aber im Lauf des Vormittags nachlegen kommen. Das war f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler eine angenehme Unterbrechung des Unterrichts. Einige k\u00f6nnen sich auch noch erinnern, dass sie als Buben die Kohlenk\u00fcbel aus dem Keller der Schule heraufholen mussten. Sp\u00e4ter gab es einen Aufzug im M\u00e4dchenklo, mit dem die Kohlen in die oberen Stockwerke transportiert wurden. <br>In der Kriegszeit nahmen die Kinder selbst Holzscheite zum Heizen mit. Frau Direktorin Trunk meint, dass damals so ziemlich \u201ealles\u201c verheizt wurde, fehlen doch an alten Klassenb\u00fcchern aus der Zeit vor 1900 die \u201ePappendeckel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Semesterferien<\/strong>, wie wir sie heute kennen, wurden erst im&nbsp;<strong>Februar 1974<\/strong>&nbsp;wegen der \u00d6lkrise als sogenannte \u201eEnergieferien\u201c in \u00d6sterreich eingef\u00fchrt. Da fast alle Schulen damals mit \u00d6l heizten, wurde dieses in der freien Woche gespart. In den Jahren davor gab es nach der Verteilung der Schulnachrichten nur zwei freie Tage (Montag und Dienstag), bevor das 2. Halbjahr startete. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wandertag und Schulausfl\u00fcge<\/strong><br>Zur Tradition der Volks- und Hauptschule geh\u00f6rten die Ausfl\u00fcge in den Spitzwald. Dort wurde der Wettkampf &#8222;W\u00fcrstelspringen&#8220; abgehalten. Auf einer Schnur wurden Knackw\u00fcrste aufgeh\u00e4ngt, und man versuchte hinaufzuspringen und von der Wurst abzubei\u00dfen. <br>Die ersten und zweiten Klassen der Volksschule marschierten zum Jagdmuseum Fenz in Jetzelsdorf. Nach Besichtigung der ausgestopften Tiere wurden im Garten Wettspiele veranstaltet.<br>Ein damaliger Sch\u00fcler erz\u00e4hlte von einer Wanderung auf den Schlossberg, wo der Schlosskeller besichtigt wurde. Beim Heimweg fiel der Lehrerin Frau Mohr auf, dass die Buben recht lustig drauf waren. Da stellte sich heraus, dass sie von ihren Eltern einen Haustrunk als Durstl\u00f6scher mitbekommen hatten. Mineralwasser gab es nicht und das Brunnenwasser war auch nicht wirklich zum Trinken geeignet.<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Klassen sa\u00dfen damals \u00fcber 40 Kinder, es konnten auch schon mal \u00fcber 50 sein. Manche M\u00e4dchen und Buben besuchten 8 Jahre die Volksschule, weil es in den kleineren Ortschaften nur diese M\u00f6glichkeit gab. Dort sa\u00dfen in einer Klasse alle Sch\u00fcler von der 1. bis zur 8. Schulstufe. 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