{"id":400,"date":"2025-01-19T12:42:07","date_gmt":"2025-01-19T12:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/mghaugsdorf.at\/geschichte\/?page_id=400"},"modified":"2025-02-07T13:37:01","modified_gmt":"2025-02-07T13:37:01","slug":"kindheitserinnerungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mghaugsdorf.at\/geschichte\/?page_id=400","title":{"rendered":"Kindheitserinnerungen"},"content":{"rendered":"\n<p>Im \u201eZuckerlgesch\u00e4ft\u201c von Frau Magdalena Reigner konnte man sich damals um ein 10-Groschenst\u00fcck ein Stollwerck-Zuckerl kaufen. Die bei den Kindern \u00fcberaus beliebte S\u00fc\u00dfwarenhandlung wurde sp\u00e4ter von Otto und Johanna Benedik gef\u00fchrt und schlie\u00dflich von Helga und Reinhold Holy \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Frau Reigner wurde auch erz\u00e4hlt, dass sie drau\u00dfen am Galgenberg einen Kirschenbaum mit den pr\u00e4chtigsten Kirschen stehen hatte. Eines Tages im Juni sa\u00df der kleine Hans gerade in der Krone des Baumes, als die Besitzerin durch den Hohlweg daraufzukam. Sie ersp\u00e4hte den Kirschendieb und schimpfte f\u00fcrchterlich mit ihm. Von diesem Jahr an hing in jeder Kirschensaison ein Blatt Papier am Baum mit der Aufschrift: \u201eEin Ast vergiftet!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder hatten damals zu Hause \u201ekeinen rechten Verschlei\u00df\u201c (keinen Zeitvertreib). So traf man sich in Haugsdorf bei der &#8222;Bassena&#8220; (= Brunnen) am Hauptplatz.<br>In den Sommerferien hielten sich die meisten Kinder beim Pulkaubach auf. Die Wasserqualit\u00e4t war damals zwar nicht gerade hoch, trotzdem wurde im \u201egmuarigen\u201c Wasser gebadet, man fing Fische oder baute \u201eSchw\u00f6lan\u201c (= D\u00e4mme).<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang der 60er Jahre kam es zur &#8222;Gro\u00dfen Schlacht&#8220; zwischen den Buben aus Haugsdorf und Auggenthal. Kampfpl\u00e4tze waren die Fu\u00dfballpl\u00e4tze in beiden Ortschaften. Mit Steinschleudern, Pfeilen etc. gingen die 11- bis 13-J\u00e4hrigen aufeinander los. Schlie\u00dflich musste sogar die Gendarmerie eingreifen und den Burschen wurde mit Schulausschluss gedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Kinder bei der Arbeit halfen, geh\u00f6rte zum Alltag. Auch die kleineren Kinder bekamen Pflichten \u00fcbertragen. So wurde der kleine Hans immer um Wasser geschickt. W\u00e4hrend seine Eltern im Jetzelsdorfer Hausweingarten arbeiteten, marschierte er mit einem 4l-Bluza (= Steingutflasche) zu einer Quelle, die sich in den Ragelsdorfer Wiesen befand. Das Wasser dort hatte eine ausgezeichnete Qualit\u00e4t und war angenehm k\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kleine Resi fuhr mit ihren Eltern Kleeschneiden. Weil es so warm war, suchte das M\u00e4dchen Abk\u00fchlung im frischen Klee, dabei schlief es allerdings ein. Der Kleeschneider wurde von einem Pferd gezogen, doch pl\u00f6tzlich ging es keinen Schritt mehr weiter. Der Vater versuchte das Pferd anzutreiben, aber ohne Erfolg. Da entdeckten die Eltern das schlafende Kind, das vor dem Schneideger\u00e4t im Klee lag.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Kaffee damals sehr teuer war, wurde er mit Malzkaffee gestreckt oder man trank \u00fcberhaupt nur diesen. Die bekannteste Marke war der &#8222;Linde&#8220;-Kaffee, eine Mischung aus Gerstenmalz, Roggen und Zichorien. Bei den Kindern waren die wei\u00dfen Figuren sehr beliebt, die in jeder Packung steckten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00e4ltere Dame erinnert sich, dass am Nachmittag oft bis zu sechs Freundinnen zu ihr kamen. Sie \u00fcberredeten sie, mit in den Park zu kommen, obwohl sie von der Mutter Arbeitsauftr\u00e4ge f\u00fcr den Nachmittag erhalten hatte. Gewissenhaft kehrten die M\u00e4dchen gegen Abend zur\u00fcck und erledigten alle aufgetragen Arbeiten gemeinsam. Das Futter f\u00fcr die G\u00e4nse wurde hergerichtet und die Zutaten f\u00fcr den Sterz geschnitten. Auf seine Freundinnen war eben Verlass!<\/p>\n\n\n\n<p>In den 50er Jahren bezahlte die Gemeinde f\u00fcr jeden &#8222;Zeisserlschwanz&#8220; einen Schilling. Deshalb zogen die Burschen am Nachmittag \u00fcber die Felder, um Ziesel zu jagen. Sie setzten die Ziesell\u00f6cher unter Wasser und legten um den Ausgang eine Schlinge. Kam das Ziesel heraus, zog man die Schlinge hoch und fing es damit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im \u201eZuckerlgesch\u00e4ft\u201c von Frau Magdalena Reigner konnte man sich damals um ein 10-Groschenst\u00fcck ein Stollwerck-Zuckerl kaufen. Die bei den Kindern \u00fcberaus beliebte S\u00fc\u00dfwarenhandlung wurde sp\u00e4ter von Otto und Johanna Benedik gef\u00fchrt und schlie\u00dflich von Helga und Reinhold Holy \u00fcbernommen. 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